Nachdem im Sommer 2016 der Fork von ownCloud unter dem Namen nextCloud erschien, wurde das erste Release von nextCloud als Drop-in-Relacement angekündigt, d.h. Namen und Logos werden getauscht, aber die Funktionalität bleibt im Großen und Ganzen gleich, um den Administratoren einen einfachen Übergang zu ermöglichen.

Mit der Veröffentlichung von nextCloud 9 wurde die Migration von ownCloud 8.2 und 9.0 nach nextCloud möglich.

Aufgrund von Urlaub, keine Zeit und dem Wunsch erst noch eine Weile abwarten zu wollen, habe ich diesen ersten Migrationsweg verpasst. Halb so wild, auch von ownCloud 9.1 kann man nach nextCloud 10 migrieren – auch nextCloud 11 wird ein möglicher Migrationspfad laut diesem Blogpost mit einer Anleitung zur Migration sein – Jos ist übrigens ein NC-Entwickler.

Ich bin dem Prinzip der Anleitung gefolgt, hier nur die groben Schritte zusammengefasst:

  1. ownCloud Instanz in den maintenance-mode versetzen
  2. Backup von Datenbank und Daten!!!!
  3. Alle Ordner und Daten aus dem ownCloud-Verzeichnis löschen außer /config und /data (das man am besten sowieso außerhalb lagert, aber das ist ein anderes Thema)
  4. nextCloud-Daten in den „ausgeräumten“ ex-ownCloud Ordner hinein kopieren
  5. Maintenance-Mode entfernen
  6. Datenbank Upgrade durch Aufruf der Login-Seite oder auf dem CLI anstoßen
  7. Deaktivierte Apps aktivieren und alles testen
  8. Fertig!

Die Migration von ownCloud 9.1 nach nextCloud 10 lieft bei mir reibungslos und ohne Fehler, aufgrund vergangener Update-Erfahrungen mit ownCloud habe ich mir das weitaus schlimmer vorgestellt … auch der ownCloud Desktop Client (Version 2.2.3. auf Linux) und auch die ownCloud Android App funktionieren mit der nextCloud 10 bislang ohne Probleme. Ich muss gestehen, dass die Kontakte und Kalender App zwar vorher aktiv waren, aber so gut wie nicht genutzt waren. Die Mail App wurde hingegen schon genutzt und zeigte auch keine Probleme nach der Migration (Version 0.5.3.)

Mit nextCloud Version 10 sind interessante Unterschiede zwischen ownCloud und nextCloud zu sehen – nein ich meine nicht die möglichen Erweiterungen wie Collabora oder Spreed.me (die es auch für ownCloud gibt), sondern eher die kleinen aber feinen Details, die aber durchaus wichtig sind und dem kundigen Systemadmin sofort auffallen werden.

Nur-Upload-Ordner

In der Teilen-Funktion gibt es in nextCloud die Möglichkeit, Ordner per Link anderen Personen freizugeben, damit sie dort Dateien hochladen können, gleichzeitig aber nicht sehen, was bereits an Dateien und Ordnerstrukturen exisiteren! Eine gute Funktion, wenn externe Personen Daten „über den Zaun werfen“ müssen, denen man aber so wenig Zugang wie möglich gewähren will.

Admin-Apps

Alle weiteren Punkte meiner Liste sind im Admin-Bereich zu finden, zum Teil müssen die entsprechenden Apps aktiviert werden:

Theming Editor: Im Adminbereich kann man mit ein paar Klicks die Farbe, Namen, Slogan sowie Logo und Hintergrundbild der Cloud ändern und somit in wenigen Sekunden die Cloud neu stylen. In ownCloud war dies nur mit gewisser Code-Kenntnis mit Arbeit in html/php und css möglich. Hierzu auch ein Video aus dem nextCloud-YouTube-Kanal:

Nun aber weiter mit Änderungen, die „unter die Haube“ gehen:

Server Info App: Anzeige von CPU-load, RAM, eine Zusammenfassung der Anzahl an shares, Nutzern, Dateien, Ordnern sowie ein paar Infos über den Server, PHP und die Datenbank. Eine wirklich nützliche Zusammenfassung, die man sich aber alternativ an verschiedenen anderen Stellen zusammensammeln müsste (z.B. phpinfo, OCC, Ressourcenauslastung per „top“ auf der Server-Shell)

Passwort-Richtlinie: Ein großartiges Werkzeug! In ownCloud kann man theoretisch mit dem Passwort „1“ in der Community-Edition einen Account besitzen – für Systemadministratoren ein ganz schlechter Witz. Was bringen all die privaten Cloud-Vorzüge in Sachen Datenschutz und Datensicherheit, wenn der Nutzer sie mit einem viel zu unsicheren Passwort aushebeln kann? Soweit ich weiß, ist dieses Feature nur in ownCloud-Enterprise enthalten. In nextCloud kann man festlegen, wie lang und wie komplex das Passwort mindestens sein muss. Danke! Hervorragend! Auf meiner Wunschliste: Ablaufdatum für Passwörter 😉

File access control: Automatisierte Regeln, mit denen Dateien und Zugriffe blockiert werden können. Regeln können kombiniert werden nach den Parametern mime-type, Dateigröße, file-tag, Request-time (Uhrzeit!), Request-URL, User-Agent, Nutzergruppe. Somit kann der Zugriff zu Dateien noch feiner automatisiert gesteuert werden.

Usage Report: Hier kann man den Entwicklern anonymisiert ausgewählte Parameter der Cloud zur Weiterentwicklung automatisch oder auch manuell zukommen lassen. Das Feature muss aber explizit aktiviert werden.

File retention: Dateien mit einem bestimmten File-Tag werden nach einer festlegbaren Zeitspanne automatisch gelöscht.

To be continued …

 

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